“Stowaway”: Wie LockitScript und Lockit Timecode von Ambient die Produktion des Spielfilms vereinfachten

“Stowaway” ist der neue Spielfilm von Regisseur Joe Penna und Drehbuch-Co-Autor/Editor Ryan Morrison. Auf einer Mission zum Mars muss sich eine dreiköpfige Crew mit einem blinden Passagier auseinandersetzen, der eine Reihe von unvorhergesehenen Konsequenzen auslöst. Bei dieser Independent-Produktion verließen sich die beiden YouTube-Creator, die mittlerweile zu Filmproduzenten avancierten, auf die kombinierte Power von Lockit Timecode und LockitScript für eine reibungslose Synchronisierung und eine mit Metadaten angereicherte Postproduktion.

Wenn man von YouTube zum Spielfilm wechselt, erlebt man eine Art Kulturschock: Denn obwohl sowohl digitales Video als auch Film mit bewegten Bildern arbeiten, sind die Prozesse und der Maßstab grundverschieden. Manchmal sind Vorgehensweisen, die in einem Format gut etabliert sind, dem anderen völlig fremd und umgekehrt.

Für die Macher hinter dem YouTube-Kanal “Mystery Guitar Man”, Joe Penna und Ryan Morrison eine nur allzu bekannte Erfahrung: Nach Jahren einer sehr erfolgreichen YouTube-Karriere entschieden sich die beiden für den Wechsel zu Erzählformaten. Mit ihrem Debüt “Arctic” mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle über einen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes in einer rauen Umgebung, schafften sie aus dem Stand einen großen Erfolg bei den Filmfestspielen in Cannes 2018, wo sie für die Goldene Kamera nominiert wurden.

 

Yenhan von Ambient interviewt Co-Scriptwriter/Editor Ryan Morrison (Mitte) und den Schnittassistenten Markus Kretzschmar zu ihrer Arbeit an “Stowaway”

Allerdings war ihr Workflow zu der Zeit noch ausbaufähig, so Redakteur und Co-Autor Ryan Morrison in unserem Interview. Für ihr nächstes Projekt, den Sci-Fi-Thriller “Stowaway”, entschied er sich daher, die Dinge ein wenig anders anzugehen und LockitScript sowie Lockit Timecode einzusetzen. 2019 haben wir Ryan und seinen Schnitt-Assistenten Markus Kretzschmar in ihrem Schnittraum auf dem Gelände der Bavaria Filmstudios in München besucht und über den Film und ihren Arbeitsalltag gesprochen.

Wie lief das Projekt bisher?

Ryan: Es ist durch und durch gelungen. Seit den letzten fünf Jahren denke ich darüber nach und nun ist es endlich zum Leben erwacht – das ist wirklich etwas Besonderes das zu erleben. Ich bin begeistert und glücklich zugleich.

Was würdest du anderen angehenden Filmemachern raten, um effizienter zu werden? Wie wichtig sind Tools wie Lockit Timecode?

Ryan: Werkzeuge wie Lockit sind für jeden Filmemacher unerlässlich. Jedes Set sollte das NanoLockit nutzen. Ich bin zudem der Meinung, dass das keine Frage sein sollte, denn es macht das Konzept der Synchronisierung des Bild- und Tonmaterials direkt umsetzbar. Was mir am besten gefällt: Jeder, der mit Lockit arbeitet, stellt fest, dass es einfach funktioniert. Und das schätze ich sehr. Während der Dreharbeiten war unsere geringste Sorge, unsere Aufnahmen professionell synchronisiert zu bekommen, und das ist doch einfach nur fantastisch.

Markus, möchtest du dich einklinken? Als Schnitt-Assistent weißt du am besten, worauf es beim Synchronisieren ankommt.

Markus: Gerne. Mit Lockit ist es unglaublich einfach. Ich muss nur ein paar Dateien markieren, rechtsklicken und schon ist es erledigt. Dem, was Ryan gerade gesagt hat, ist nichts mehr hinzuzufügen, weil es wirklich sehr simpel funktioniert und mein Leben um einiges erleichtert. Ich kann mich darauf konzentrieren, die Inhalte für Ryan vorzubereiten, was wiederum einen großen Einfluss auf die Produktion hat, denn er kann deutlich schneller schneiden. Für mich ist das Beste, dass ich tatsächlich den gesamten Inhalt für ihn vorbereiten kann und es sich dabei nicht nur auf die technischen Details beschränkt. Somit kann er gleich mit dem Schneiden beginnen, anstatt sich das Material vorab anschauen zu müssen.

Was glaubst du, wie viel Zeit du sparst, wenn du das bereits synchronisierte Filmmaterial verwendest?

Markus: Sicherlich 80%. Denn im Grunde war das Material zu protokollieren und zu synchronisieren die wahrscheinlich aufwendigste aller Aufgaben. Und jetzt verbringe ich 1% meines Tages damit und kann mich die restliche Zeit auf Wichtigeres konzentrieren.

Ryan: Dem stimme ich zu! Einen großen Teil seiner Zeit widmete Markus typischerweise ausschließlich der technischen Seite. Nun hat er aber genug Zeit, sich auch auf die kreativen Möglichkeiten zu konzentrieren, anstatt nur die Projekte einzurichten.

Markus: Außerdem gibt es Script Supervisor (Magnus Maria Holzapfel), der seine Arbeit sehr effizient erfüllt. Weshalb sollte ich das also nochmal erledigen? Das macht keinen Sinn. Ein Tool wie Lockit zu nutzen, spart eine Menge Zeit und Geld.

NanoLockit Timecode Box an der Kamera

Erzählt mir von eurem Lockit-Setup. Welche Modellarten nutzt ihr?

Ryan: Momentan verwenden wir einen MasterLockit (das bald durch das Lockit+ ersetzt wird) sowie mehrere NanoLockits. Denn wir haben festgestellt, dass wir manchmal von Kamera A zu Kamera B springen müssen, wenn beide zur gleichen Zeit drehen. Mit dem Nano bleiben wir in der Regel den ganzen Tag an einer Kamera angeschlossen und stellen sicher, dass wir den Timecode im Auge behalten. Bei verschiedenen komplexen Kamera-Setups hatten wir überhaupt keine Probleme mit der Synchronisation der Kameras untereinander oder der Synchronisation der Kameras mit dem Ton. Es ist also definitiv eine Sorge weniger, über die man nachdenken muss, und gleichzeitig eine sehr wichtige Voraussetzung, die leicht unter dem Radar verschwinden könnte.

Script Supervisor Magnus Maria Holzapfel mit der LockitScript App

Script Supervisor Magnus und Editor Ryan am Set von “Stowaway”

Das stimmt. Deine Erfahrungen mit der gesamten Einbindung waren also überwiegend positiv?
Ryan:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich genügend ausdrücken kann, wie positiv es war. Vor allem auch mit der App LockitScript, denn jetzt haben wir die Hardware, die Markus’ Arbeit einfach und effizient zu einem Ein-Klick-Prozess macht. Die App ist für unseren Workflow entscheidend gewesen. Unser Script Supervisor behält den Überblick über alles, setzt Marker entsprechend guter sowie schlechter Takes und versorgt uns mit Anmerkungen wie auch Tipps.

In der Sekunde, in der unser uns ein Set an Filmmaterial übergibt, hat Markus alle Informationen, die er benötigt. Und alle Dateien stehen bereit, um mit einem einzigen Klick synchronisiert zu werden. Damit konnten wir das Material, das vom Set kommt, quasi sofort bearbeiten.

Clips mit Metadaten matchen während dem Schnitt

Großartig. Wir haben dieses Thema bereits angeschnitten, aber könntet ihr euren Arbeitsablauf und Bearbeitungsprozess genauer erklären? Es scheint ein bisschen anders zu sein als das, was, sagen wir mal, Hollywood normalerweise macht. Denn du selbst kommst ja aus dem YouTube-Bereich. Wir freuen uns daher umso mehr, wenn du uns deinen Arbeitsprozess näher erläutern könntest.

Ryan: Unser Workflow basiert grundsätzlich auf Geschwindigkeit. Denn diese eröffnet uns kreative Möglichkeiten. Wenn also der Script Supervisor die Protokollierung für uns übernimmt und das Lockit-System die Synchronisierung erledigt, dann können wir uns wirklich auf die kreative Seite des Films konzentrieren.

Markus: Mein erster Schritt ist es, die Dateien vom DIT zu besorgen, die ich auf das Laufwerk überspiele und in Premiere übertrage. Ich markiere sie und importiere die Metadaten. Somit wird automatisch der kryptische Dateiname jedes Clips durch eine Kombination aus Szene / Slate / Take ersetzt. Es enthält Kommentare und einen Vermerk, ob es sich um einen Kopierer  oder nicht handelt.

Ryan: Außerdem erhalten wir von unserem DIT rohe Log-Dateien, also Dateien, die nicht gefärbt sind mitsamt aller LUTs. Und dann geschieht Magie: Ihr habt eine Schaltfläche entwickelt, die zaubern kann. Sie heißt “Metadaten zusammenführen”. Mit einem einzigen Klick können wir alle unsere Logdateien aktualisieren und aus einem Graustufenbild, das nicht besonders hübsch aussieht, hin zu der perfekten Arbeit, die unser DIT macht, indem er einen Look für alles erstellt, umwandeln.

 

Markus Kretzschmar nutzt das LockitScript Panel um Clips und Metadaten zusammenzubringen

Zum Schluss möchten wir uns natürlich dafür bedanken, dass wir zu euch ans Set kommen und euer cooles Raumschiff erleben durften.

Ryan: Sehr gerne! Eine Sache, die ich hinzufügen möchte, ist, dass Ambient auch in diesem Prozess sehr kollaborativ gewesen ist. Wenn es uns an etwas fehlte, haben sie super reagiert und sofort geholfen. Es war extrem hilfreich, um einen kreativeren Prozess zu ermöglichen, anstatt sich um die Technik sorgen zu müssen, und um an der Optimierung eines bereits bestehenden, großartigen Produkts zu arbeiten.

Das freut uns zu hören.

Ryan: Ja, wirklich, der Regisseur, die Produzenten, wir alle sind hellauf begeistert. Wenn man einen Film produziert, bestehen immer diese Unsicherheiten: Haben wir alles, was wir brauchen? Funktioniert es? Sieht es gut aus? Und diese Zweifel sind dieses Mal nicht wirklich vorhanden. Ein Beispiel war, dass wir die erste Stunde des Films mit ins Kino genommen  und sie gemeinsam mit unserem Kameramann und unserem Sounddesigner ansehen konnten, sodass wir in der Lage waren, den Film vorab zu beurteilen. Das ist einfach unglaublich. Wir konnten somit die erste Stunde des Films durchsehen und entscheiden, ob es Änderungsbedarf gibt. Das Ganze war nur dank der rasanten Geschwindigkeit möglich, die wir durch den Einsatz von Lockit erreichen konnten.

Ich vermute, dass das ein gutes Schlusswort war. Vielen Dank für das Interview!

Ryan: Großartig. Mit großem Vergnügen.

Markus: Vielen Dank.

 

Von links nach rechts: “Stowaway”-Editor Ryan Morrison, Senior Software Developer bei Ambient Daniel Strittmatter, “Stowaway”-Regisseur Joe Penna, Leiter der Produktentwicklung Ambient Klaus Grosser, Script Supervisor Magnus Maria Holzapfel

Stowaway ist jetzt auf Netflix verfügbar.

Der Trailer zu Stowaway:

NanoLockit

ACN-NL, Timecode-Generator und -Transceiver

LockitScript App

Professionelles Tool für die komplexe Arbeit von Script und Continuity